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Warum wir mehr als “nur” Clickertraining sind



So wie auch wir lernen Pferde über die Konfrontation mit Reizen und den darauf folgenden Konsequenzen.

Die Konsequenzen - das, was nach unserer Handlung passiert - ist, was uns uns dazu motiviert die Handlung in Zukunft zu wiederholen oder zu unterlassen.


Wenn wir uns die Konsequenzen unserer vergangenen Handlungen ansehen, können wir feststellen, warum wir uns zu gewissen Verhaltensweisen hingezogen fühlen und andere negativ behaftet sind.


Konsequenzen können positiv oder negativ wahrgenommen werden. Wichtig ist dabei: Das Lernende Wesen entscheidet darüber was positiv oder negativ ist. Positive Konsequenzen führen außerdem dazu, dass ein Verhalten in Zukunft öfter gezeigt wird. Negative Konsequenzen verringern meist das Auftreten des vorangegangenen Verhaltens.


Konsequenzen haben auch Einfluss darauf, welche Gefühle bei der Erinnerung an eine Situation aufkommen und wie eine ähnliche Situation in Zukunft beurteilt wird.

Pferde zeigen oft bei Verhalten, welches sie mit negativer Verstärkung gelernt haben, trotz konstanter Ausführung, Stresssignale. Dies weist darauf hin, dass sie die Erwartung einer Strafe aufgebaut haben.


Je stärker die Gefühle ausgeschlagen haben, desto relevanter werden alle Signale, die eine solche Situation und mögliche Konsequenz ankündigen.

Somit verstärkt oder schwächt eine Konsequenz nicht nur das Verhalten, dass direkt davor gezeigt wird, sondern schärft auch die Wahrnehmung auf Signale. Im Training mit unseren Pferden heißt das konkret: Das Markersignal kündigt eine positive Konsequenz für ein Verhalten an. Je öfter, besser und konsistenter wir belohnen, desto relevanter werden unsere Signale.


Insgesamt geht es aber nicht darum eine 100% immer positive Umgebung fürs Pferd zu schaffen, sondern zu antizipieren und reflektieren welche Konsequenz welches Verhalten beeinflusst (hat).


Clickertraining funktioniert über ein Markersignal, das kann ein Wort sein, oder ein Geräusch wie eben das Clicken. Über den Click kommunizieren wir unserem Trainee, dass das, was dey gerade gemacht hat, richtig war und die positive Konsequenz, folgt. Im Falle des Pferdes sieht das Beispielsweise so aus:

Ich möchte dem Pferd beibringen, das Bein zu heben, um ihm eine Stressfreie Hufbearbeitung zu ermöglichen. zu Beginn möchte ich, dass das Pferd mit seinem Röhrbein meine Hand berührt. Das Pferd berührt meine Hand und ich clicke, daraufhin gebe ich alsbald ein Leckerli.

Der Click kündigt also die Belohnung an und das Pferd wird das Verhalten wieder zeigen.


Clickertraining ist das was wir anwenden, wenn wir ein spezifisches Verhalten beibringen möchten. Es erleichtert uns insbesondere die interspezielle Kommunikation. Da wir aber dem Pferd möglichst viel Handlungsspielraum und Selbstständigkeit innerhalb der Gegebenheiten, versuchen wir uns nur wenn nötig, in die Rolle der Lehrenden zu begeben.


Rachael Draaisma entwickelt das Konzept der Fährtenarbeit mit dem Pferd. Dies ermöglicht es dem Pferd, einem natürlichen Verhalten nachzugehen, dass außerdem gleich viele gesundheitliche Benefits mit sich bringt. Das Pferd darf hierbei selbst tätig werden und ist weniger auf die menschliche Anleitung angewiesen/fokussiert. Wir verbuchen es unter mental health für Pferde.


Außerdem arbeiten wir mit einem weiteren wissenschaftlich relevanten Konzept in der Tierhaltung, nämlich Enrichment. Lebewesen benötigen Abwechslung. Eintönigkeit kann zwar manchmal in schwierigen Lebenslagen ein bisschen Halt geben, aber wenn dies Überhand nimmt, bleibt das Lernen aus, und die Depression ist meist nicht weit. Wir müssen also den Alltag unserer Pferde ein bisschen abwechslungsreicher gestalten! Verschiedene Arten von Enrichment gehören für uns als Grundvorraussetzung zum Umgang mit dem Pferd.


Wir arbeiten immer mit der Intention, dem Pferd ein positives Erlebnis zu beschaffen und Handlungsfreiraum zu bieten. Jedoch möchten wir eben nicht immer in einer starren Trainer-Traineerangordnung befinden. Für uns gehört es dazu, da wo es möglich ist, mal zurückzutreten und das Pferd Ideen einbringen zu lassen. Ganz nach dem Motto unserer Kolleginnen bei FAIRSTÄRKT möchten wir auch hier #voneinanderlernen.



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